Schwebende Schale
Auf langen, dünnen Glasfaserstäben stecken unterschiedlich geformte Bruchstücke, die in ihrer Summe und Anordnung die Form einer zwei Meter großen, gewölbten Schale ergeben. Die Stäbe schwanken leicht je nach Windlage, die Formen verwirren und entwirren sich. Dadurch verschwimmt die doch so robust erscheinende Schale als Ganzes, wird Teil einer Unwirklichkeit. Es ist ein Spiel mit Illusionen, mit virtuellen und realen Welten, mit Struktur und Chaos.
Die Installation thematisiert das Materielle und das Immaterielle, die Fragilität vermeintlicher Stabilität. Sie spielt mit unserem Erstaunen vor schierer Größe, unserem Respekt gegenüber gesetzter Monumentalität. Dabei steht alles in Frage, die Zeiten sind unsicher.
Zugleich ist diese Installation eine Hommage an vergangene Gartenkunst, an deren bewusst gesetzte, in die Umgebung integrierte Skulpturen und Architekturelemente. Sie schlägt damit einen thematischen Bogen von der urbanen Selbstsicherheit zur strukturellen Ungewissheit. Nichts ist vergänglicher, als Menschenwerk.
Die Schale ist nur noch Illusion. Ihre ursprüngliche Funktion, Wasser zu speichern, ist verloren gegangen. In der Mitte der Verkehrsinsel wird sie umkreist von den Statussymbolen der Moderne.
Gefangene Beute.

Installation "Schwebende Schale", 2014 / 2015, Lübben
65 einzelne Segmente auf Glasfaserstäben,
Größe ca. 3 x 3 Meter

Kunstpreis der [aquamediale X] "Wetterwechsel" (2014)

Kurator: Christian Gracza